Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit

Corporate social Responsibility

Nachhaltigkeit ist für uns eine Philosophie, die jeden Aspekt von NGR prägt: Wir binden dieses Thema mit viel Herzblut in unsere Prozesse ein. Familienunternehmen sind zu Recht stolz auf ihre Tradition. Nun gibt es uns nicht bereits seit Beginn der Industrialisierung. Doch dass es immer weitergeht, diese Vorstellung ist in dem Begriff „Familie“ verankert. Der Traditionsgedanke ist daher immer auch eine Verpflichtung in die Zukunft. Deshalb ist uns Nachhaltigkeit so wichtig. Doch aus welchen Ressourcen können Unternehmen heute für morgen schöpfen?

 

Rohstoff.

Glücklicherweise erleichtert unser Rohstoff unser Engagement für Nachhaltigkeit: Bodenbeläge aus Naturstein erzielen in der Nachhaltigkeitsbilanz sehr gute Ergebnisse – den Beweis erbrachte jüngst erneut eine wissenschaftliche Studie im Auftrag des Deutschen Naturwerkstein-Verbands (DNV). Umbrüche wie gerade beispielsweise in der Automobilindustrie wirken sich in unserem Fall wenn dann eher zu Gunsten von Naturstein aus.

 

Märkte.

Eine zweite Ressource sind Märkte, die auch Trendveränderungen überstehen. Unsere Regionaloffensive, mit der wir unser großes Angebot heimischer Materialien massiv erweitert haben, macht die Kontakte zu unseren ausländischen Partnern nicht unwichtiger. Sie gewährleisten eine konzeptionelle Ausrichtung und die Vielfalt.

 

Produktionsbedingungen.

Durch unsere Zertifizierung mit XertifiX helfen wir dabei, bessere Arbeitsbedingungen vor Ort zu schaffen, z. B. in Vietnam oder Indien. Diese Lieferanten werden zusätzlich auf den NGR-Verhaltenskodex verpflichtet. Regelmäßig besuchen wir unsere Lieferanten, um uns vor Ort einen persönlichen Eindruck zu verschaffen. Unsere Handelsbeziehungen sind langjährig und fair. Dazu zählt auch ein fairer Preis, der gute Produktionsbedingungen erst ermöglicht.

 

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Menschen.

Eine unserer wichtigsten Ressourcen ist der Mensch. Wir sind dankbar, dass wir auch heute noch engagierte und fähige Fachkräfte für uns begeistern, und stolz, Menschen zur beruflichen Entfaltung zu verhelfen.

Umwelt- und Klimaschutz

Naturstein spart Energie.

Natursteinprodukte haben eine ausgezeichnete Ökobilanz: Für die Herstellung von Naturstein ist keine Energie notwendig. Während Industriebaustoffe aus verschiedenen Roh- bzw. Baustoffen zusammengefügt und gebrannt oder gepresst werden, befindet sich Naturstein in nahezu fertiger Form in der Natur. Lediglich bei der Gewinnung im Steinbruch und der anschließenden Bearbeitung ist ein relativ geringer Energieeinsatz notwendig. 

 

Naturstein schont die Umwelt.

Natursteine erhalten keinerlei Schadstoffe und können gefahrlos recycelt und in den natürlichen Stoffkreislauf zurückgeführt werden. 

 

Naturstein ist langlebig.

Naturstein hat eine außergewöhnlich hohe Lebensdauer von bis zu mehreren Tausend Jahren. Während viele Industriebaustoffe nach ihrer Abnutzung ersetzt und entsorgt werden müssen, überdauert Naturstein Generationen. Die hohe Lebensdauer hat einen sehr positiven Effekt auf die gute CO2-Bilanz von Natursteinprodukten. 

 

Energiesparsame Weiterverarbeitung.

Viele unserer Natursteinprodukte, wie zum Beispiel gespaltene Naturwerksteine unserer Serie Struktura, werden noch heute in traditioneller Steinmetzarbeit gefertigt. Für diese Produkte ist kein Energieeinsatz erforderlich. Lediglich kalibrierte Spaltmaterialien erfordern einen geringen Energieeinsatz, dem jedoch ein reduzierter CO2-Verbrauch beim Transport gegenübersteht. Denn bei kalibrierten Produkten wird das Ladevolumen signifikant erhöht. 

 

Transportbedingte CO2-Belastungen optimieren.

Mit unserer Regionaloffensive bieten wir bei NGR ein außergewöhnlich großes Sortiment an heimischen Steinen aus Deutschland und vielen weiteren europäischen Ländern. Neben den Transportwegen spielen auch die Gesteinseigenschaften und die damit erforderlichen Materialstärken eine Rolle. Viele Produkte aus Asien oder Südamerika werden von uns zum Beispiel in kalibrierter oder stärkenoptimierter Form angeboten, wodurch das Ladevolumen um bis zu 30 Prozent erhöht und die transportbedingten CO2-Emmissionen signifikant reduziert werden. 

 

Naturstein ist wiederverwertbar.

Natursteinprodukte können nach der Nutzungsphase auf vielfältige Weise wiederverwendet werden. Viele Produkte können als gebrauchte Baustoffe erneut eingesetzt werden, wie zum Beispiel unsere gebrauchten Natursteinpflaster und -plattenbeläge. Unbrauchbare Gebrauchtmaterialien können zu Schotter und Splitt recycelt werden. 

 

Biodiversität.

Der Verlust der biologischen Vielfalt zählt neben dem Klimawandel zu den größten und zentralen Herausforderungen. Steinbrüche schaffen Lebensräume für seltene Pflanzen und Tiere. Werden inaktive Steinbrüche der freien Entwicklung überlassen, stellt sich zumeist bereits ohne menschliche Unterstützung eine biologische Vielfalt ein. Die Artenvielfalt in einem Steinbruch ist nach Ende der Abbauarbeiten oftmals deutlich höher als vor Beginn. 

 

Verpackung.

Einige Natursteinprodukte kommen gänzlich ohne Verpackungen aus, insbesondere unsere Schüttgüter. Bei den übrigen Produkten wählen wir unsere Verpackungen unter nachhaltigen Kriterien aus. Hier gilt im Allgemeinen: so wenig Holz und Kunststoff wie möglich bei so hoher Stabilität wie nötig. Die Zusammenarbeit mit dem Entsorgungsdienstleister Interseroh gewährleistet zudem eine umweltschonende Rückführung der Verpackungen.

NGR kooperiert konsequent mit XertifiX

Mitstreiter gesucht für faire Wettbewerbsbedingungen zugunsten aller Akteure

2008 ist NGR der Initiative XertifiX beigetreten, die ein unabhängiges Siegel für fair produzierte Steine vergibt. Die Initiative ist mittlerweile in Indien, China und Vietnam aktiv. Wir bei NGR importieren heute aus Indien ausschließlich zertifizierte Steine. In Vietnam sind wir in der Aufbauarbeit und haben erste Betriebe in unsere Lieferkette integriert, deren Produktion den XertifiX-Kriterien entspricht.

Seit vielen Jahren beauftragen kleine und mittelständische Unternehmen wie NGR XertifiX mit den Kontrollen ihrer Lieferketten. „Bei den Kontrollen geht es um die Einhaltung sozialverträglicher Produktionsstandards, die mit dem XertifiX-Kriterienkatalog definiert werden“, sagt Dr. Walter Schmidt, Geschäftsführer von XertifiX. NGR verfolgt mit XertifiX gemeinsam das Ziel, faire Bedingungen für unsere Lieferketten zu ermöglichen und die Situation für die Menschen an unseren Produktionsstandorten kontinuierlich zu verbessern.

Mehr Verantwortung durch Unternehmen willkommen

Ein fairer Wettbewerb ist jedoch nur dann möglich, wenn sich möglichst viele Unternehmen zu fairen Bedingungen bekennen und bereit sind, sich z. B. für die Einhaltung fairer Löhne und angemessene Arbeitsbedingungen zu engagieren. Deshalb begrüßen wir es, wenn auch zunehmend weitere Unternehmen unserer Branche Verantwortung übernehmen für ihre Lieferketten.

Natürlich hat auch der Endkunde mit seiner Kaufentscheidung einen großen Anteil daran, ob Siegelinitiativen wie XertifiX und damit auch der faire Handel an Produktionsstandorten in Entwicklungsländern wachsen und die Situation für die Menschen vor Ort sich verbessern.

Der auf breiter Basis gegründeten Initiative Lieferkettengesetz hat sich auch XertifiX angeschlossen. „XertifiX hat schon 2020 begonnen, bei den Audits eine Risikoanalyse durchzuführen. Hierdurch erhalten die Importeure zu Themen wie Kinderarbeit, Zwangsarbeit oder Sicherheit am Arbeitsplatz eine Einschätzung über bestehende Risiken und können Maßnahmen ergreifen“, so Schmidt. So sind die Unternehmen, die mit XertifiX zusammenarbeiten, schon jetzt bestens auf zukünftige gesetzliche Vorgaben für Lieferketten vorbereitet.

Ein fairer Lohn für Erwachsene schützt vor Kinderarbeit

In den ersten Jahren lag der Hauptfokus von XertifiX auf der Verhinderung von Kinderarbeit. Heute umfasst der XertifiX-Kriterien-Katalog sechs Pakete, darunter Sozial- und Umweltkriterien. Eine angemessene Entlohnung ist jedoch nach wie vor eins der wichtigsten Kriterien, um das XertifiX-Siegel zu erhalten. Denn nur ohne wirtschaftlichen Druck können es sich die Familien „leisten“, ihre Kinder nicht zur Arbeit zu schicken.

Sozialprojekte, Lobby- und Aufklärungsarbeit unterstützen Gesundheit und Bildung

In den Siedlungen von Steinbrucharbeitern setzt der gemeinnützige Verein XertifiX Sozialprojekte e.V. Schulprojekte um. Denn der indische Staat kommt der Umsetzung seines Rechts auf Bildung nicht ausreichend nach. Durch Lobbyarbeit versucht XertifiX zudem, diese Lücken zu schließen.

Dr. Walter Schmidt

Seit zwei Jahren gibt es außerdem ein Projekt, das sich für Arbeiter einsetzt, die durch die Arbeit in Steinbruch oder Fabrik tödlich erkrankt sind. Um solche Schicksale zu verhindern, engagiert sich XertifiX auch für die Verbesserung von Arbeitsschutz und -sicherheit. „Eine sehr große Gefahr bei der Arbeit in der Natursteinindustrie ist die Lungenkrankheit Silikose, die durch das Einatmen von Quarzstaub entstehen kann. Sie ist nicht heilbar und führt zwingend zum Tod“, erklärt Schmidt. XertifiX setzt sich z. B. dafür ein, dass in Steinbrüchen und Fabriken die Staubkonzentration reduziert wird und die Arbeiter geeignete Schutzmaßnahmen treffen. „Dafür muss nicht nur das Management von einer Maßnahme überzeugt werden, sondern auch die Arbeiter selbst: Eine Staubmaske bei 40 Grad will erstmal niemand tragen. Arbeitssicherheit ist daher auch eine Frage der Bewusstseinsbildung“, sagt Schmidt.

Setzen auch Sie auf menschenwürdig produzierte Steine:
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Kommunen müssen nachhaltig rechnen.

Interview mit DIPL. ING.(FH) Reiner Krug vom DNV zu nachhaltigem Bauen

Der Deutsche Naturwerkstein-Verband (DNV) repräsentiert rund 80 % der Naturwerksteinbetriebe, ist der Herausgeber der Bautechnischen Informationen für die Verlegung von Naturstein und berät seine Mitglieder sowie Architekten, Planer und Verwender zu Naturstein im Bauwesen. Außerdem wirbt der DNV für Naturstein als Baumaterial z. B. über den hoch angesehenen Deutschen Naturstein-Preis und vertritt die Interessen seiner Mitglieder in Ausschüssen zu Normen und Richtlinien. Im Interview äußert sich der Geschäftsführer Reiner Krug zur neuesten Ökobilanz-Studie zu Bodenbelägen für den Außenbereich sowie zu nachhaltigem Bauen.

Herr Krug, die neue DNV-Studie „Ökobilanz von Bodenbelägen im Außenbereich“ sagt: Erstellt man 1.000 qm Verkehrsfläche aus Naturstein statt Asphalt und berechnet die Primärenergie für 100 Jahre, könnte man mit der eingesparten Energie 480 durchschnittliche Zwei-Personen-Haushalte ein Jahr lang versorgen. Das klingt toll. Bis ich mir unsere Autobahnen aus Kopfsteinpflaster vorstelle …

Tatsächlich wurde vom Verkehrsministerium noch im Jahre 1956 für stark beanspruchte Straßendecken wie Steigungen, Kurven und Autobahnauffahrten die Verwendung von Granitsteinpflaster empfohlen. Allerdings bekämen wir heute ein Problem mit der Geschwindigkeit: Die Haftreibung wäre zu gering und der Geräuschpegel zu hoch. Aber viele alte Abfahrten der Autobahn hier bei Würzburg sind tatsächlich noch gepflastert, man hat sie nur mit einer vier Zentimeter dicken Asphaltschickt bedeckt. Viele Autobahnparkplätze sind nach wie vor mit Naturstein gepflastert.

Naturstein ist also eher etwas für kommunale Flächen? 

Haupteinsatzgebiete sind Innenstädte und Anwohnerstraßen mit Tempo 30. Das hat den Vorteil, dass automatisch langsam gefahren wird – wie in Würzburg im Pleicherviertel. Ein weiterer Vorteil: Ist das Pflaster gut gemacht, hält es ewig, was die Studie auch belegt. Asphalt muss spätestens alle 25 Jahre ausgetauscht werden.

 

Apropos gut gemacht: Haben wir noch ausreichend Fachkompetenz für Natursteinpflaster im großen Stil? 

Leider ist der eigenständige Beruf des Pflasterers im Straßenbauer aufgegangen. Dadurch ist Fachwissen verlorengegangen, das durch Schulungen in den Berufsbildungszentren wieder aufgebaut werden soll.

 

Wenn wir jetzt alle Anwohnerstraßen und Innenstädte mit Naturstein pflastern – hätten wir überhaupt genug? 

Ja. Haben wir. Auch an deutschen Steinen. Die Erde produziert durch Erkalten jedes Jahr mehr Naturstein als abgebaut werden kann. Abbaufähiger Naturstein ist quasi unbegrenzt vorhanden, es ist jedoch aufwendig, eine Abbaugenehmigung zu erlangen.

 

Als Bürgermeister einer Kommune muss ich mich aber auf Gegenwind gefasst machen, wenn ich Naturstein statt Asphalt wähle – wegen der Kosten. 

Wir dürfen bei einer nachhaltigen Planung nicht nur den Einstandspreis sehen, sondern die Kosten für Unterhalt, Instandsetzung oder Neubelegung in der Nutzungszeit von 50 Jahren betrachten. Die sind bei Naturstein um ein Vielfaches geringer als bei Asphalt, zeigt die Studie. Außerdem sollte man auch gesamtgesellschaftlich denken: Deutschland hat nur wenige Rohstoffe, Naturstein ist einer davon. Wenn wir ihn nutzen, hat das volkswirtschaftliche Vorteile, weil wir Menschen hier bei uns in Beschäftigung bringen. Vor dem 2. Weltkrieg waren im Bayrischen Wald über 10.000 Menschen in der Granit-Industrie beschäftigt, heute sind es vielleicht 150.

 

Gut, aber als Bürgermeister werde ich bestenfalls in fünf Jahren wiedergewählt, nicht in 50. 

Auch dann gibt es immer noch genug Argumente für Naturstein: Er bedeutet eine enorme CO2-Einsparung, ist ein „nachwachsender“ Rohstoff, absolut schadstofffrei und ästhetisch einfach am schönsten. Nach der Wende sind viele Händler in die neuen Bundesländer und haben die schönen alten gebrauchten Pflastersteine aufgekauft und dafür wurden glatte, neue Asphaltstraßen gebaut. Heute beißen sich die Kommunen dort deswegen in den Hintern.

 

Die Studie „Ökobilanz von Bodenbelägen im Außenbereich“ steht zum Download bereit.

Dipl. Ing.(FH) Reiner Krug

Deutscher Naturwerkstein Verband e.V.
Sanderstraße 4
97070 Würzburg

www.natursteinverband.de

Logo Deutscher Naturstein-Verband e.V.

Weitere Informationen:


Bauen mit Naturstein – dauerhaft, elegant, zeitgemäß.
www.deutscher-natursteinpreis.de


Tipps des Umweltbundesamtes für Beschaffungsverantwortliche
www.kompass-nachhaltigkeit.de


Biodiversitätsdatenbank des Industrieverbands Steine und Erden
www.biodiversitaet-deutschland.de