Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit

Corporate social Responsibility

Nachhaltigkeit ist für uns eine Philosophie, die jeden Aspekt von NGR prägt: Wir binden dieses Thema mit viel Herzblut in unsere Prozesse ein. Glücklicherweise erleichtert uns unser Rohstoff dieses Engagement: Bodenbeläge aus Naturstein erzielen in der Ökobilanz sehr gute Ergebnisse – den Beweis erbrachte eine wissenschaftliche Studie im Auftrag des Deutschen Naturwerkstein-Verbands (DNV).

Ein Baustoff ist nach heutiger Definition nachhaltig, wenn er eine lange Lebensdauer besitzt, seine Herstellung wenig Energie verbraucht, möglichst wenig Unterhalt bis zum Rückbau fordert und die Umwelt nicht belastet. Auf Naturstein treffen sämtliche Punkte zu. Der letzte Aspekt, die Ökobilanz, fällt dann positiv aus, wenn der Baustoff den Energiebedarf senkt und die Lebensdauer von Bauprojekten verlängert. Er sollte außerdem möglichst kurze Transporte erfordern, wiederverwertbar bzw. -verwendbar sein und gefahrlos in den natürlichen Stoffkreislauf zurückgeführt werden können. Auch bei diesen Kriterien schneidet Naturstein sehr gut ab.

Ein umfangreiches Angebot heimischer Natursteinprodukte ist fester Bestandteil unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Daher führen wir bei NGR ein außergewöhnlich großes Sortiment von regionalen Natursteinen aus Deutschland und Europa. Ein Argument für heimische Natursteine ist der geringe Transportweg, der die CO2-Bilanz senkt. Doch auch ein Produkt mit längerem Transportweg kann eine gute CO2-Bilanz vorweisen: Wir führen z. B. Natursteine im Sortiment, die aufgrund ihrer gesteinsspezifischen Eigenschaften ohne maschinelle Bearbeitung auskommen und traditionell handwerklich und damit energiearm verarbeitet werden.

Um Nachhaltigkeit in Bezug auf faire und verantwortungsvolle Produktionsbedingungen auch bei Importen aus Asien zu gewährleisten, werden unsere Lieferanten auf den NGR-Verhaltenskodex verpflichtet. Unsere Handelsbeziehungen zu unseren Produzenten sind langjährig und fair. Dazu zählt natürlich auch ein fairer Preis, der gute Produktionsbedingungen erst ermöglicht. Regelmäßig besuchen wir wichtige Produktionsstandorte, um uns vor Ort einen persönlichen Eindruck von den Bedingungen zu verschaffen. Außerdem kooperieren wir mit der unabhängigen Siegel-Initiative XertifiX (S. 121): In Indien sind bereits alle unsere Lieferanten zertifiziert, in Vietnam arbeiten wir am 100-Prozent-Ziel. Zusätzlich unterstützen wir soziale Projekte an den Natursteinstandorten.

Unser soziales Engagement und unser Einsatz für Nachhaltigkeit sind mit hohen Kosten verbunden – rein betriebswirtschaftlich nicht zu rechtfertigen. Als Familienunternehmen engagieren wir uns trotzdem für soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit, auch im Münsterland – aus Überzeugung und Respekt.

NGR kooperiert konsequent mit XertifiX

Mitstreiter gesucht für faire Wettbewerbsbedingungen zugunsten aller Akteure

2008 ist NGR der Initiative XertifiX beigetreten, die ein unabhängiges Siegel für fair produzierte Steine vergibt. Die Initiative ist mittlerweile in Indien, China und Vietnam aktiv. Wir bei NGR importieren heute aus Indien ausschließlich zertifizierte Steine. In Vietnam sind wir in der Aufbauarbeit und haben erste Betriebe in unsere Lieferkette integriert, deren Produktion den XertifiX-Kriterien entspricht.

Seit vielen Jahren beauftragen kleine und mittelständische Unternehmen wie NGR XertifiX mit den Kontrollen ihrer Lieferketten. „Bei den Kontrollen geht es um die Einhaltung sozialverträglicher Produktionsstandards, die mit dem XertifiX-Kriterienkatalog definiert werden“, sagt Dr. Walter Schmidt, Geschäftsführer von XertifiX. NGR verfolgt mit XertifiX gemeinsam das Ziel, faire Bedingungen für unsere Lieferketten zu ermöglichen und die Situation für die Menschen an unseren Produktionsstandorten kontinuierlich zu verbessern.

Mehr Verantwortung durch Unternehmen willkommen

Ein fairer Wettbewerb ist jedoch nur dann möglich, wenn sich möglichst viele Unternehmen zu fairen Bedingungen bekennen und bereit sind, sich z. B. für die Einhaltung fairer Löhne und angemessene Arbeitsbedingungen zu engagieren. Deshalb begrüßen wir es, wenn auch zunehmend weitere Unternehmen unserer Branche Verantwortung übernehmen für ihre Lieferketten.

Natürlich hat auch der Endkunde mit seiner Kaufentscheidung einen großen Anteil daran, ob Siegelinitiativen wie XertifiX und damit auch der faire Handel an Produktionsstandorten in Entwicklungsländern wachsen und die Situation für die Menschen vor Ort sich verbessern.

Der auf breiter Basis gegründeten Initiative Lieferkettengesetz hat sich auch XertifiX angeschlossen. „XertifiX hat schon 2020 begonnen, bei den Audits eine Risikoanalyse durchzuführen. Hierdurch erhalten die Importeure zu Themen wie Kinderarbeit, Zwangsarbeit oder Sicherheit am Arbeitsplatz eine Einschätzung über bestehende Risiken und können Maßnahmen ergreifen“, so Schmidt. So sind die Unternehmen, die mit XertifiX zusammenarbeiten, schon jetzt bestens auf zukünftige gesetzliche Vorgaben für Lieferketten vorbereitet.

Ein fairer Lohn für Erwachsene schützt vor Kinderarbeit

In den ersten Jahren lag der Hauptfokus von XertifiX auf der Verhinderung von Kinderarbeit. Heute umfasst der XertifiX-Kriterien-Katalog sechs Pakete, darunter Sozial- und Umweltkriterien. Eine angemessene Entlohnung ist jedoch nach wie vor eins der wichtigsten Kriterien, um das XertifiX-Siegel zu erhalten. Denn nur ohne wirtschaftlichen Druck können es sich die Familien „leisten“, ihre Kinder nicht zur Arbeit zu schicken.

Sozialprojekte, Lobby- und Aufklärungsarbeit unterstützen Gesundheit und Bildung

In den Siedlungen von Steinbrucharbeitern setzt der gemeinnützige Verein XertifiX Sozialprojekte e.V. Schulprojekte um. Denn der indische Staat kommt der Umsetzung seines Rechts auf Bildung nicht ausreichend nach. Durch Lobbyarbeit versucht XertifiX zudem, diese Lücken zu schließen.

Dr. Walter Schmidt

Seit zwei Jahren gibt es außerdem ein Projekt, das sich für Arbeiter einsetzt, die durch die Arbeit in Steinbruch oder Fabrik tödlich erkrankt sind. Um solche Schicksale zu verhindern, engagiert sich XertifiX auch für die Verbesserung von Arbeitsschutz und -sicherheit. „Eine sehr große Gefahr bei der Arbeit in der Natursteinindustrie ist die Lungenkrankheit Silikose, die durch das Einatmen von Quarzstaub entstehen kann. Sie ist nicht heilbar und führt zwingend zum Tod“, erklärt Schmidt. XertifiX setzt sich z. B. dafür ein, dass in Steinbrüchen und Fabriken die Staubkonzentration reduziert wird und die Arbeiter geeignete Schutzmaßnahmen treffen. „Dafür muss nicht nur das Management von einer Maßnahme überzeugt werden, sondern auch die Arbeiter selbst: Eine Staubmaske bei 40 Grad will erstmal niemand tragen. Arbeitssicherheit ist daher auch eine Frage der Bewusstseinsbildung“, sagt Schmidt.

Setzen auch Sie auf menschenwürdig produzierte Steine:
www.xertifix.de

Xertifix e.V. Logo

Nachhaltigkeits-Sieger: Naturstein

Interview mit DIPL. ING.(FH) Reiner Krug vom DNV zu nachhaltigem Bauen

Der Deutsche Naturwerkstein-Verband (DNV) repräsentiert rund 80 % der Naturwerksteinbetriebe, ist der Herausgeber der Bautechnischen Informationen für die Verlegung von Naturstein und berät seine Mitglieder sowie Architekten, Planer und Verwender zu Naturstein im Bauwesen. Außerdem wirbt der DNV für Naturstein als Baumaterial z. B. über den hoch angesehenen Deutschen Naturstein-Preis und vertritt die Interessen seiner Mitglieder in Ausschüssen zu Normen und Richtlinien. Im Interview äußert sich der Geschäftsführer Reiner Krug zur neuesten Ökobilanz-Studie zu Bodenbelägen für den Außenbereich sowie zu nachhaltigem Bauen.

Herr Krug, der jüngsten Studie für Bodenbeläge im Außenbereich gehen andere zu Bodenbelägen innen und Fassaden voraus. Wie beachtet sind diese DNV-Ökobilanzstudien?

Die erste Studie vor mehr als zehn Jahren löste in den Bauministerien unseres Landes verhaltenes Interesse aus. Mittlerweile hat jedes dieser Ministerien eine Abteilung für nachhaltiges Bauen. Unsere Studien beruhen auf unabhängigen Daten, die wir von Experten wie der Uni Stuttgart zusammentragen lassen. Die Daten sind öffentlich zugänglich, wir machen sie durch die Auswertung nutzbar. Mit unserer Werbekampagne zu nachhaltigem Naturstein geben wir in den kommenden Jahren verstärkt Informationen an Architekten, Verbraucher und den Handel weiter und alle DNV-Mitglieder sind herzliche eingeladen, die Kampagne zu unterstützen.

Was genau umfasst der Begriff Nachhaltigkeit im Bauwesen?

Die CO2-Emissionen im Bauwesen in Deutschland machen 30 % bis 40 % der Gesamtemission aus. Nachhaltig bauen bedeutet, dass im Gesamtkomplex des Bauens der Energie- und Rohstoffverbrauch und damit die Umweltbelastung über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes möglichst reduziert werden – also von der Gewinnung und Verarbeitung der Baustoffe über die Montage bis zur Nutzung und zum Abbau oder Recycling der Materialien.

Was sagt Ihre jüngste Studie zur Nachhaltigkeit von Naturstein aus?

Naturstein steht auf Platz 1. Das Material ist fertig, muss nur in Form gebracht werden, sodass seine Herstellung wenig Energie erfordert und wenig CO2 freisetzt. Naturstein ist außerdem nahezu unbegrenzt lange nutzbar und lässt sich sehr gut recyclen. Auch beim Pflegeaufwand liegt er vorne, da besonders sehr dichte Steine eine sehr geringe Verschmutzungsneigung haben.

Ist nachhaltig bauen teurer?

Im Gegenteil. Über den Lebenszyklus eines Gebäudes von durchschnittlich 50 Jahren zahlen sich die geringen Unterhaltskosten und die Verschleißfestigkeit von Naturstein aus: Er übersteht in der Regel die gesamte Nutzungsdauer und kann danach wiederverwendet werden.

Inwiefern geht Ihre Studie auf die Ökobilanz von importiertem Naturstein ein?

Wir weisen die zusätzlichen Emissionen durch den Transport importierter Steine in der Studie aus.

Kann auch ein importierter Stein nachhaltig sein?

Die Nachhaltigkeit von Importsteinen hängt ab von den Arbeitsbedingungen, denn der Naturstein und dessen Gewinnung sind prinzipiell weltweit gleich. Der Preisvorteil von Naturstein aus asiatischen Abbauländern wird häufig über die Ausbeutung der Arbeiter in der Gewinnung und Bearbeitung ermöglicht. Wir empfehlen daher unabhängige Zertifikate von XertifiX oder Fair Stone, weil diese Initiativen zuverlässig und anerkannt die Produktion in den Gewinnungsländern überwachen.

Wie bewerten Umweltschützer Steinbrüche?

Früher galt der Steinbruch als Wunde in der Erde. Heute denken auch Umweltverbände, mit denen wir im engen Kontakt sind, anders: Ein Steinbruch schafft schon während seines Betriebs Lebensräume für seltene Pflanzen und Tiere, die in unseren Kulturlandschaften mit Monokulturen und Spritzmitteln nicht leben können. Viele Biotope sind in alten Steinbrüchen entstanden. Wenn ein Steinbruch nicht das ganze Jahr hindurch betrieben wird, ist der Bewuchs aus hochwertigen Pionierpflanzen oft so dicht, dass man bereits von Biotop sprechen könnte. Bereits beim Antrag auf den Betrieb eines Steinbruchs müssen ein Rekultivierungsplan und das dafür notwendige Geld vorliegen. Wird der Steinbruch nach seiner Nutzung zum Biotop bestimmt, reicht es oft, ihn der Natur einfach zu überlassen. Wenn besondere Maßnahmen ergriffen werden, dann z. B. durch das Auslegen von Folien, durch die sich Teiche bilden.

Wie bewerten Sie die Chance des Nachhaltigkeitsgedankens im Bauwesen?

Ich habe die begründete Hoffnung, dass der Nachhaltigkeitsgedanke im Bauwesen stärker zunehmen wird: Frau von der Leyen hat ja nun für Europa den Green Deal ausgerufen und will ein „grünes Bauhaus“ etablieren. Dass Nachhaltigkeit zur Grundlage des Bauens an sich wird, zeigt sich auch in den Normen für Bauprodukte: Hier werden zunehmend auch ökologische Daten abgefragt. Und ich denke, dass auch in anderen Ländern dieser Welt die Einsicht wächst, wie groß die Nachteile durch die Umweltzerstörung sind.

Dipl. Ing.(FH) Reiner Krug

Deutscher Naturwerkstein Verband e.V.
Sanderstraße 4
97070 Würzburg

www.natursteinverband.de

Logo Deutscher Naturstein-Verband e.V.

Weitere Informationen:


Bauen mit Naturstein – dauerhaft, elegant, zeitgemäß.
www.deutscher-natursteinpreis.de


Tipps des Umweltbundesamtes für Beschaffungsverantwortliche
www.kompass-nachhaltigkeit.de


Biodiversitätsdatenbank des Industrieverbands Steine und Erden
www.biodiversitaet-deutschland.de